Das tanzende Quartier

Truderinger Straße
2018

Der Anspurch ist Vielfalt

Die Stadt ist mehr als die Summe Ihrer Gebäude. Auf die Vielfalt kommt es an. Doch Vielfalt bedeutet auch mehr als unterschiedlich gestaltete Fassaden. Einem lebendigen Quartier mit hoher Aufenthaltsqualität wird man nur durch Vielfalt auf allen Ebenen gerecht. Abwechslungsreiche Stadträume, individuelle Gebäude, Nutzungsvielfalt und unterschiedliche Menschen bilden die Zutaten für ein lebendiges Quartier. Diese „Mannigfaltigkeit“ beschrieb Jane Jacobs bereits zu Beginn der 60er Jahre. Ein Mut zur Vielfalt bedeutet daher keineswegs eine disruptive Innovation in der Stadtentwicklung, sondern vielmehr das Besinnen auf die Bedürfnisse der Bewohner und Benutzer eines Viertels. Für das Konzept des  „tanzenden Quartiers“ ist der Anspruch an Vielfalt und Lebendigkeit das oberste Gebot ohne dabei die nachbarschaftlichen Rahmenbedingungen außer Acht zu lassen.

DAS KONZEPT

Die bestehende, umliegende Bebauung des neu zu entwickelnden Quartiers an der Truderinger Straße ist im höchsten Maße heterogen. Verschiedenste städtebauliche Strukturen umgeben das Gebiet. Der städtebauliche Entwurf schafft es zwischen den vielen Gebäudestrukturen in der Umgebung zu vermitteln. Dies gelingt durch die kleinteilige Bebauungsstruktur, welche sich aus der schallabweisenden Bebauung an der Truderinger Straße und der aufgelockerten Bebauung Richtung Hachinger Bach zusammensetzt. Die dominierenden Stadtbausteine stellen dabei die insgesamt neunzehn „Tanzpaare“ dar. Das Grundprinzip dieser Gebäude besteht aus der Verbindung von zwei Baukörpern welche in unterschiedlichen Höhen und Winkeln verbunden werden. Über das Baufeld verstreut entsteht dadurch der Eindruck eines dynamischen, tanzenden Gebäudeensembles.

Die Regel der Anordnung besteht dabei in den Blickbeziehungen zum Park bzw. zu den urbanen Plätzen. Die im Süden angrenzende Grünfläche mit dem Hachinger Bach wird somit auf das Gesamtquartier vergrößert. Das tanzende Quartier bindet sich nicht nur nach Süden in diesen Grünzug ein, es wird Teil des Grünzuges!

An den Knotenpunkten im Inneren des Quartiers entsteht eine umgekehrte Situation. Die Nutzungen im Erdgeschoss sind öffentlich. Läden, Cafes, Veranstaltungsorte, Ateliers, Kulturtreffs umstellen die gepflasterten, urbanen Zentralflächen des Quartiers und durchziehen so als lebendige Pulsader die grüne Oase. Hier ist die Aufenthalts- und Erlebnisqualität so hoch, dass sich nicht nur die Bewohner des Quartiers hier tummeln, sondern auch die Bewohner aus der Nachbarschaft. Urban und Grün widersprechen dadurch nicht, sie bilden einen spannenden Kontrast und ermöglichen städtisches Leben und grüne Lunge in enger Vernetzung.

 

Zeitraum

Typ

Status

Ausloberin

Location

Größe

Projektleitung

Team

2018

Wettbewerb

Abgeschlossen

Park Immobilien Projekt Truderinger Straße GmbH & Co KG

München, Deutschland

83.500 m²

Wolfgang Emrich & Lothar Grassinger

Hinrich Böttcher

Jenni Jakob

Patrick Rücklinger

Bürklein Bahnhof

Bahnhofsplatz, München-Pasing Sanierung 2010-2011
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